Negativzinsen – Wie jeder tagtäglich Geld verbrennt

Der erste Post meines Blogs widmet sich einem Thema, das früher oder später jeden Leser und jede Leserin in Deutschland oder gar in der EU betreffen wird, aber auch wie man sich dagegen wehren kann.

Die Bürger nennen sie Strafzinsen und Negativzinsen, die Banken verstecken sich lieber hinter den Wörtern Verwahrgebühr und Verwahrentgelt.

Das ändert nichts an der Tatsache, dass es sich bei diesen Begriffen um die gleiche Praxis handelt. Wer Geld auf einem Konto bunkert anstatt es zu investieren oder  auszugeben, der zahlt auf dieses Vermögen eine Strafe, solange es bei der  Bank liegt.

Leider bleibt unseren Landesbanken allerdings nicht viele andere Möglichkeiten, denn sie reichen diese Negativzinsen nur von der EZB an uns weiter.

Hierfür schauen wir uns zuerst an welche Aufgabe die EZB hat.

EZB Hauptsitz in Berlin

Die Europäische Zentralbank, kurz EZB, ist eine Institution, welche für die Überwachung des Bankensystems und die Regulierung der Geldmenge im Euro-Raum zuständig ist.
Die Zentralbank ist keine gewöhnliche Bank, sondern muss die Geldpolitik eines Landes führen, und sollte zwei wichtige Ziele verfolgen.
Das erste Ziel, oftmals das Hauptziel, ist die Preisniveaustabilität. Dabei gilt es, große Schwankungen des Geldwertes zu vermeiden und einen fast konstanten Bereich zu halten.
Die Zielgröße dabei ist die Inflation (Inflationsrate). Das zweite Ziel der Zentralbank besteht in einer ausgeglichenen konjunkturellen Entwicklung des jeweiligen Landes.
Dieses wichtige Nebenziel der Geldpolitik hat den Zweck, eine Rezession zu vermeiden.

In anderen Worten:

Die wirtschaftliche Lage (Konjunktur) der jeweiligen Länder soll ausgeglichen sein, oder zusammen mit der Inflationsrate steigen, damit die Wirtschaftstätigkeit dieser Länder nicht sinkt (Rezession).
Oftmals wird das Wort Konjunktur auch für eine besonders gute gesamtwirtschaftliche Lage verwendet, also wenn die meisten Unternehmen einen großen Umsatz haben.

Die Zentralbank kann diese wirtschaftliche Lage beeinflussen, indem sie den Preis für verliehenes Geld senken oder erhöhen – sie verändert den Leitzins.
Mit dieser Zinspolitik kann die Zentralbank sowohl auf die konjunkturelle Entwicklung als auch auf die Inflation einwirken.

Unter der Inflation wird eine allgemeine und anhaltende Erhöhung des Preisniveaus von Gütern und Dienstleistungen (Teuerung), gleichbedeutend mit einer Minderung der Kaufkraft des Geldes verstanden.
Es ist ein schleichender Prozess, und das Paradebeispiel ist wohl die Kugel Eis, die damals wenige Pfennig gekostet hat, und heute schon oft bei über einem Euro liegt.

Preiserhöhungen sind eine indirekte Folge davon, dass mehr Geld im Umlauf ist.

Verkäufer wollen ihre Kaufkraft beibehalten, dass heißt sie wollen für die gleiche Arbeit auch das Gleiche kaufen können.
Je mehr Geld im Umlauf ist, desto weniger Wert haben einzelne Geldeinheiten – sie werden somit Jahr für Jahr mehr entwertet.
Hier gelten Angebot und Nachfrage – je größer das Angebot ist, desto geringer ist der Wert/Preis.
Je höher die Geldmenge ist, welche im Umlauf ist (je größer das Angebot ist), desto größer ist die Inflation (Teuerung aller Güter und Dienstleistungen).

Viele kennen es noch - früher gab es eine Kugel Eis noch für wenige Pfennig, heute kostet sie oft schon über einen Euro.

Inflation ist politisch gewollt

Die Inflation ist von der Politik gewünscht – solange sie nicht zu groß wird.
Bei genauerem Hingucken ergibt das durchaus Sinn, denn manche Staaten können damit Staatsschulden abbauen.
Der absolute Schuldenwert, also die genaue Anzahl an Euros, wird zwar durch die Inflation nicht beeinträchtigt, aber der Wert, also die Kaufkraft dieser Euros sinkt, je mehr Geld im Umlauf ist.

Somit lassen sich in 10 Jahren Schulden mit Euros zahlen, dessen Kaufkraft in diesen 10 Jahren um 20% abgenommen hat, und somit 20% weniger Wert sind.
Gläubiger müssen hierdurch allerdings Geldentwertungen hinnehmen, sodass dieses Denken nur als Notfallmaßnahme gilt, wenn die Schuldenlast eines Staats den Haushalt desselben zu erdrücken droht.
In Deutschland betrug die Inflationsrate im Dezember 2019 1,5 Prozent und liegt damit im idealen Bereich der von der EZB angepeilt ist.

Ein weiterer Grund dafür ist die Angst vor einer Deflation, also das Gegenteil von einer Inflation.
Eine Deflation bedeutet eine Verknappung der Geldmenge, mit der potenziellen stark negativen Entwicklung der Wirtschaft:
In der Erwartung, dass die Preise aller Güter und Dienstleistungen noch weiter fallen, würden Menschen so wenig Geld wie möglich ausgeben.
Umsätze und Verkäufe der Unternehmen würden sinken, die Wirtschaft würde schrumpfen.
Dienstleister und Unternehmen würden daher viel weniger Umsätze machen, in der Folge schrumpft die Wirtschaft um entsprechend viele Prozent. Sobald das Wirtschaftswachstum schrumpft wird auch der allgemeine Lebensstandard sinken. Von der Politik ist das nicht gewünscht, sodass die Inflation hingenommen wird.

Wieso die EZB mit Negativzinsen abstraft

Nachdem wir die obigen Fakten erkannt haben, können wir daraus schließen das die EZB nur die festgelegten Ziele verfolgt, und versucht unsere Wirtschaft zu stärken.

Die europäische Wirtschaft sei zu schwach, und die Inflation “falle zu niedrig” aus, so die Mitteilung der Europäische Zentralbank.
Daraufhin, im September 2019, entschloss sich die EZB den Einlagezins für Banken, welche kurzfristig Geld bei der Notenbank parken wollen, von -0,4% auf -0,5% zu senken.

Ziel dieser negativen Zinsen ist es, die Konjunktur, also unsere gesamtwirtschaftliche Lage, und die Inflation anzukurbeln.

Der Gedanke hinter der Niedrigzinspolitik: Wenn die Zinsen niedrig sind, dann werden mehr Kredite aufgenommen und dadurch Investitionen gefördert, weil die Banken die günstigen Zinssätze an ihre Kunden weitergeben.
Gleichzeitig erhöhen sich die Verbraucherausgaben, welche gemeinsam mit den Investitionen die Wirtschaft stützen.
Von Banken, die ihr Geld dagegen bunkern und nicht in Form von Krediten an Ihre Kunden weitergeben, verlangt die EZB einen Strafzins.
Da in der Praxis aber nicht alle Banken genügend Eigenkapital zur Refinanzierung der vergebenen Kredite haben, geben Sie den Negativzins an Ihre Kunden weiter oder erhöhen bei Girokonten die Kontoführungsgebühren.
Ende 2014 haben einige Banken in Deutschland nun begonnen, ihre Negativzinsen an die Kunden weiterzureichen.

Seit dem 1. Oktober 2019 erhebt nun die erste Bank in Deutschland Strafzinsen in Höhe von -0,5% auf alle Beträge ab 0,01€.
Auch wenn diese Regelung noch nicht für Bestandskunden gilt, ist es nur eine Frage der Zeit bis diese Praxis ausgeweitet wird und weitere Privatkunden davon betroffen sind.

Die Lage ist ernst

Denn vermutlich zahlen Sie schon heute Negativzinsen ohne davon zu wissen.

Wir müssen hier unter zwei verschiedenen Zinssätzen unterscheiden.
Zum einen ist das der Nominalzinssatz, zum anderen der Realzins.

Der Nominalzins bezeichnet einen vereinbarten Zinssatz ohne Berücksichtigung von weiteren Faktoren, wie etwa die Inflation.
Der Realzins hingegen bezeichnet einen Zinssatz, der auch die Veränderung der Inflation und Deflation, also der Kaufkraft, sowie weitere Kosten mit einbezieht.

Als Endkunde erhalten Sie heute im Durchschnitt nur noch wahnsinnige 0,1% Zinsen pro Jahr, die Inflation übersteigt also die Zinsen um das vierzehnfache.

Ich zeige Ihnen den Unterschied anhand eines Beispiels:

Nominalzins:

Realzins:

Bei einer Anlage in Höhe von 10.000 € erhalten Sie bei einem Zinssatz in Höhe von 0,1% ganze 10 €.
Ihr Kontostand beträgt nun 10.010 €.

0,1 % - cut

Sie beziehen die Inflation von 2019 mit in Ihren Zinssatz ein. Diese Betrug im Jahresdurchschnitt 1,4%.
0,1% Zinsen minus 1,4% Inflation und Ihr Vermögen sinkt um satte 1,3%.
Ihr Konto zeigt aufgrund der Zinsen immer noch 10.010 € an, aber die Kaufkraft Ihres Geldes, inklusive Ihrer Zinsen, ist um 140 € auf 9.870 € gesunken.

 

Die Inflation und Deflation sind aber nicht die einzigen Sätze, die in den Realzins mit einberechnet werden.
Höhere Kontoführungsgebühren, Extra-Abgaben für Kreditkarten und Überweisungen, Online-Banking und vieles mehr, führen in der Praxis oft zu höheren Ausgaben, als die spärlichen Zinsen auf dem Konto noch einbringen.

Als Sparer verlieren Sie so Jahr für Jahr Geld, wie die meisten Deutschen, denn Deutschland ist eine Sparernation.
Rund 68%, also knapp 57 Millionen Bundesbürger, legen monatlich Geld an die Seite.
Ende des Jahres wurden Berechnungen zufolge knapp eine Billion Euro auf Giro-, und 556 Milliarden auf Tagesgeldkonten gebunkert – zwei Rekordwerte.

Schlimmer als Privatsparer hat es aber mittlerweile Firmen getroffen. Laut dem letztem Monatsbericht der Bundesbank zahlen Unternehmen bereits auf 80 % ihrer Einlagen Strafzinsen.
Solche Gebühren dürfen zwar nur für Neukunden oder mit Zustimmung erhoben werden, allerdings verhandeln die Banken mit den Firmenkunden individuelle Verträge, sodass zum Beispiel Freibeträge für Negativzinsen gestrichen werden, im Gegenzug aber bessere Konditionen beim nächsten Unternehmenskredit gewährt werden.  

Wie Sie sich wehren können

Es gibt einige Ansätze um den Negativzinsen zu entgehen. Ich werde diese der Reihe und der Effektivität nach aufzählen.
Ihnen sollte stets bewusst sein das sämtliche Optionen ein gewisses Risiko beinhalten. Durch ausführliches Recherchieren habe ich ungefähre Prozentsätze ermitteln können und aufgelistet.

Beachten Sie, dass die vergangene Wertentwicklung bei manchen aufgelisteten Punkten kein sicherer Anhaltspunkt für die zukünftige Wertentwicklung ist.
 

Um anzufangen den Strafzinsen und der Inflation entgegenzuwirken sollten Sie sich frei von alten Gewohnheiten machen, akzeptieren das herkömmliches Sparen mit einem Verlust einhergeht und offen für Neues sein.

Das Sparbuch
-0,75%

Das Sparbuch ist in Deutschland noch immer beliebt, obwohl es äußerst geringe Zinsen von unter 0,1 % einbringt. Rechnen wir die Inflationsrate hinzu, werden Sie merken das es Zeit für einen Wechsel ist.
Beim Sparen machen Sie Verluste, daher wird empfohlen bestehende Sparbücher aufzulösen und sich andere lukrativere Formen des Sparens zu suchen, wie zum Beispiel ein Festgeldkonto.
Auch wenn die Renditen hier nicht sonderlich hoch sind, federn Sie mit Glück die Inflation zur Hälfte ab, sodass Sie einen Realzins von 0,75 % erzielen können.




Fremdwährungskonten

Hohe Zinsen durch Sparkonten im Ausland

 
 
 
 
 
 
 Ein Geldanlage Vergleich verrät, dass die Anlage in Fremdwährungen immer beliebter werden. Das liegt vor allem an den deutlich höheren Zinsen als bei einer Geldanlage bei der heimischen Bank.
 
Während Sie im März 2019 in Deutschland für einen 10.000 € Anlagebetrag maximal 1 % Rendite erhielten, so gab es für die Türkische Lira bei dem gleichen Anlagebetrag 2,2 %  auf einem Währungskonto, welches wohlgemerkt über die Einlagensicherung des Herkunftslandes der Bank abgesichert wurde.
Quelle: Vergleich.de, Stand: März 2019
 
Der Realzins lässt sich in diesem Fall nur schwer berechnen, denn es gibt deutlich mehr Faktoren als bei einem normalen Festgeldkonto.
 
 
 

Je nachdem, wo Sie Ihr Fremdwährungskonto führen, bzw. wo die Bank ihren Sitz hat, wird die Abgeltungssteuer von 25% entweder direkt an das Finanzamt abgeführt oder Sie müssen selbst Auskunft über die Zinseinnahmen geben.
Dazu kommt, dass viele Länder eine Quellensteuer auf Ihre Zinserträge einbehalten. Auch wenn bis zu 15 % davon mit der deutschen Abgeltungssteuer verrechnet werden, und Sie sich die Steuer zumindest anteilig über die Steuererklärung zurückholen können, bleiben weitere Faktoren offen.
   
Die attraktiveren Konditionen eines Fremdwährungskontos haben nämlich ihren Preis: Das Risiko der Wechselkurse.
Eine Geldanlage in Devisen, also Fremdwährungen, ist immer spekulativ. Es ist nicht vorhersehbar, wie sich die Kurse zwischen beiden Fremdwährungen entwickelt, in diesem Fall zwischem dem Euro und der Türkischen Lira.
Da die erwirtschaftete Rendite hierbei vom Zinsertrag plus dem Gewinn oder Verlust beim Tauschen in die eigene Währung ergibt, muss mit Einbußen gerechnet werden, wenn der Wert der Fremdwährung sink.
Selbstverständlich kann mit etwas Glück der Wert der Fremdwährung auch steigen, sodass Sie neben dem höheren Zinssatz auch noch von einer Wertsteigerung profitieren.
   
Wie das Beispiel oben zeigen, ist ein Devisenkonto eher etwas für risikobereite Anleger, da beim Sparen mit Divisen das Risiko steigt, durch Währungsverluste Geld zu verlieren.

Anlagemöglichkeiten in Euro

Wer auf das Risiko von einem Währungsverlust verzichten möchte, kann sich innerhalb der Euro-Zone nach Ländern und Anlagemöglichkeiten umschauen, wo der Euro die Landeswährung ist.
Folgende Länder gehören dazu: Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern.

Auf Auslandskonten können Sie oftmals noch höhere Renditen bekommen als bei den Banken im eigenen Land.
Während es im März 2019 bei einem 3-jährigen Festgeld bei einer deutschen Bank lediglich 0,85 % Zinsen gab, so bot eine Bank aus Lettland sogar 1,45 % Zinsen, Banken aus Malta under Slowakei 1,40 % und 1,35 %.
(Stand: März 2019, Quelle: Festgeld Vergleich).

Durch die gesetzliche Einlagensicherung, sind im EU-Raum Kunden bis zu einem Sparbetrag von 100.000 € geschützt. Das heißt, Sie bekommen im Falle einer Bankenpleite Ihr Geld bis zu diesem Höchstbetrag zurück.
Im Falle einer Krise im Bankensektor des gesamten Landes, muss aber letzendlich der Staat für die Einlagen aller Bankkunden aufkommen.
Wenn dieser ebenfalls zahlungsunfähig sein sollte, müssen Sie höchstwahrscheinlich auf Ihr Geld verzichten.
Daher wird dazu geraten, sich vor der Kontoeräffnung bei einer Bank mit Sitz im Ausland, über die Kreditwürdigkeit des Landes zu informieren.

Bei der Börsen-Zeitung erhalten Sie Auskunft über die Kreditwürdigkeit einzelner Länder. Die Einstufungen reichen von „AAA“, für die höchste Bonität, bis hin zu „D“ für die niedrigste.
 
Deutschland hat aktuell ein AAA Rating, Spanien A- und Griechenland BB-, was der anhaltenden griechischen Staatsschuldenkrise geschuldet ist.
 
Fazit:
Die Geldanlage innerhalb der Euro-Zone eignet sich vor allem für Sparer mit geringer Risikobereitschaft.
Es gibt keine Wechselkursschwankungen und die Spareinlagen sind in allen EU-Ländern durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu einem gewissen Betrag geschützt.
So können Sie mit Glück noch fast einen Realzins in Höhe von 0 % erreichen.
 

Gold als Sachwert

 

Manche Dinge kommen nie aus der Mode, so auch Silber und andere Edelmetalle, aber ganz besonders Gold.
Gegenüber Palladium, Siber und Platin ist die industrielle Nachfrage an Gold sehr gering, und da es die Fluchtwährung Nr. 1 ist, steigt die Nachfrage insbesonders in Krisen stark an.

Als Fluchtwährung wird eine Währung bezeichnet, die eine hohe Stabilität mit sich bringt.
Stabilität bedeutet in diesem Fall das Gold nicht starken Schwankungen durch die Inflation, unsichere politische und wirtschaftliche Verhältnisse und oder anderen negativen Faktoren unterliegt.

Vielmehr kommt der Goldpreis von Angebot und Nachfrage zustande.

Bei einer starken Inflation versuchen die Menschen Ihr Vermögen vor dem Werteverfall zu schützen und lagern dieses in Gold um.

Die besten Beispiele sind dafür Krisen der vergangenen Jahrzehnte:

– Die 1970er. Anleger fürchteten die hohe Inflation in vielen Industrieländern.
Der Goldpreis stieg daraufhin im Januar 1980 auf ein neues Allzeithoch von 850 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).
Erst nachdem der neue Chef der US-Notenbank Fed versprach Edelmetallbörsen stärker zu regulieren, verflüchtigte sich dieser Preis wieder.

– Ab 2008 war die Angst vor einem Kollaps des Finanzsystems mit einer anschließenden Schuldenkrise europäischer Staaten und Banken in aller Munde.
Der Goldpreis kletterte bis 2012 auf mehr als 1.800 Dollar je Feinunze. Erst 2012, als der damalige Chef der europäischen Zentralbank, Mario Draghi, versprach er werde alles in seiner Macht stehende tun um den Euro zu retten, sank der Kurs.

Ein neuerliches Jahrestief erlebte der Goldpreis im Oktober 2018. Eine Feinunze war noch 1.180 US-Dollar (rund 1.052 Euro) wert.
Im Sommer 2019 ist der Goldpreis wieder gestiegen. Mit mehr als 1.500 US-Dollar erreichte er im August den höchsten Stand seit sechs Jahren.

– Anfang 2020, im Januar, erreichten wir einen neuen ultimaten Höchststand des Goldpreises in Euro. Am Montag, dem 06.01.2020 stieg der Preis auf 1.415 € pro Feinunze.
Gründe dafür sind die aktuellen Gefahren eines bewaffneten Konflikts am Golf zwischen den USA und dem Iran greifen Investoren auf das Edelmetall zurück.
Ein Zitat: „Ausschlaggebend waren die mit der Tötung des iranisches Generals Soleimani durch die USA gestiegenen geopolitischen Unsicherheiten.“

 Das Edelmetall gilt schließlich für Investoren in Krisenzeiten als sicherer Hafen.

Aber auch Unsicherheiten im Euro-Bereich und Zentralbanken, welche vermehrt Gold ankaufen, halten den Preis in der aktuellen Negativzinswelt auf einem hohen Niveau.

Aktuell befindet sich Gold auf einem Höhenflug, und wir wissen leider nicht wann dieser endet. Bei den aktuellen Spannungen und dem Weltgeschehen ist es aber nicht auszuschließen das dieser noch einige Jahre steigen wird.

Mit Crowdinvestment bis zu 6-7% Rendite

Bei den nachfolgenden zwei Themen konzentrieren wir uns auf neuartige, etwas ausgefalleneren Investitionsmöglichkeiten.
Beim Crowdinvestment handelt es sich um eine Finanzierungsform, bei der zahlreiche Personen gleichzeitig, typischerweise mit eher geringeren Geldbeträgen über das Internet an Unternehmen und Projekten beteiligen.
In den meisten Fällen handelt es sich hierbei über stille Beteiligungen, Genussrechte oder partiarische Darlehen.

Crowdinvesting ist nicht auf bestimmte Branchen beschränkt, sondern erstreckt sich über alle erdenklichen Bereiche.
So ist es möglich in Immobilien Projekte und Unternehmen zu investieren, aber auch in neuen Start-Ups.

Vom Aufbau eines IT Unternehmens, über den die Herstellung und Vertrieb für Tiernahrung bis hin zu Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien lässt sich so ziemlich alles finden wo Sie mit einem Investment Anteile erwerben können.

 

Vorteil: Die Mindestinvestitionssummen der verschiedenen Plattform beginnen teilweise schon ab 10€, oftmals aber auch erst ab 250€ bis 500€.
In der vergangenen Zeit lösen sich immer mehr Dienstleister von kleinen Investitionssummen, und streben Kooperationen mit größeren Investoren an, welche zwischen 5.000 € und 10.000 € liegen.

Nachteil: Die Beteiligung der Crowdinvestoren wird häufig in Form eines nachrangigen Darlehens geregelt. Forderungen werden also nachrangig nach den Forderungen anderer Gläubiger bedient.
Rutscht das Unternehmen in eine Insolvenz, so gehen die Crowdinvestoren leer aus, wenn keine Vermögenswerte mehr verfügbar sind.

Weitere wichtige Informationen: Die Laufzeiten dieser Darlehen unterscheiden sich je nach Plattform und Branche.
So liegt die Beteiligungsdauer im Bereich der Immobilien meist bei 2-3 Jahren, während die Dauer bei Start-Ups oft zwischen 5-8 Jahren liegt.
Ihr Kapital ist somit oft etliche Jahre fest gebunden, da es meist keine Kündigungsmöglichkeiten für die Crowdinvestoren gibt.
Der Markt für Crowdinvestments ist relativ neu und es gibt noch keinen wirklich funktionierenden Sekundärmarkt der sich etabliert hat.
Sie können sich also nicht unkompliziert wie bei Aktien oder Gold von Ihrer Investition trennen, falls Sie mit der Entwicklung des Unternehmens unzufrieden sind oder Sie liquide Mittel benötigen.
Mittlerweile bieten aber immer mehr Plattformen ihren eigenen Handelsplatz für gekaufte Anteile an.
Hierbei beschränken sich die die Möglichkeiten zum Verkauf allerdings nur auf Anteile die Sie auch von besagter Plattform erworben haben.

Fazit:
Die Risiken für Anleger bei einem Crowdinvestment unterscheiden sich deutlich je nach Gestaltung des Projekts.
Das Ausfallrisiko bei Start-Ups Crowdfundings ist naturgemäß hoch, da viele Unternehmen es nicht schaffen profitabel zu werden und schließlich insolvent gehen.
Viele Start-Up Gründer sind zudem unerfahren, sodass sie aufkommende Herausforderungen oft übermannen oder einfach keine optimale finanzielle Planung haben.
Crowd Investitionen in mittelständige Unternehmen und Immobilien Projekte sind die Risiken tendenziell geringer.

 

Geringere Risiken gibt es tendenziell bei Crowd Investitionen in mittelständige Unternehmen und Immobilien Projekte. Gerade Immobilien Projekte verzeihen mehr Fehler, da oftmals ein gewisser Gegenwert besteht, also das gekaufte Grundstück oder das gebaute Gebäude.

Sie sollten sich vor Augen halten, dass bei allen Crowdinvestments das Risiko eines Totalausfalls des eingesetzten Vermögens besteht.
Durch eine Streuung in verschiedene Projekte und Branchen können Sie dieses Risiko aber stark minimieren.
Es sollte selbstverständlich sein, dass Sie sich vorher über besagte Projekte bestmöglich informieren und recherchieren.
Bei Investitionen in Unternehmen sollten Sie versuchen, anhand der aktuell veröffentlichten Kennzahlen, den Firmenwert des Unternehmens zu berechnen, um einen ungefähren Anhaltspunkt zu finden und die beste Investitionschance zu finden.
Bei absurden Firmenbewertungen von neuen Start-Ups, macht es für Sie als Investor nur wenig Sinn zu investieren, aber viel Sinn für dieses Start-Up durch ein Crowdinvestment an neues Kapital zu kommen, wenn die Bank keinen Kredit gewährt.
Machen Sie sich mit dem Geschäftsmodell vertraut und lassen Sie Ihre persönliche Risikopräferenz darüber entscheiden ob eine Investition für Sie in Frage kommt.

 

P2P-Kredite
oder besser gesagt
Peer-to-Peer-Kredite

Peer-to-peer lending, kurz P2P-Lending, oder auf Deutsch, P2P-Kredite, werden in Deutschland immer beliebter.

Oft sind Banken nicht flexibel genug unter bestimmten Bedingungen ein Darlehen zu gewähren. Oft sind Kredite nur ab fünfstelligen Summen möglich und man benötigt eine gute Bonität.
Genau hier springen die die P2P-Plattformen ein, um Privatkredite zu vermitteln.

Ähnlich wie beim Crowdinvestment, tun sich hier viele kleine Anleger zusammen, um einer Person oder ein Unternehmen einen Kredit zu gewähren.
Durch diese Aufteilung wird das Risiko eines Totalausfalls für den einzelnen Investor minimiert. Zudem sind die Mindestinvestitionssummen sehr gering, sodass schon ab wenigen hundert Euro investiert werden kann.
Ein Kapital in Höhe von 500 € wird in der Regel schon auf hundert kleine Kredite verteilt, sodass bei einem Ausfall nur ein kleiner Teil des Investments verloren geht.

Bei der Kreditvergabe können Sie, abhängig von Ihrer Risikobereitschaft, frei wählen.
Kreditanfragen werden mit einem Bonitätsrating versehen. Bei Kreditstellern mit einer schlechten Bonität, oftmals aus europäischen Ländern außerhalb Deutschlands, erzielen Sie eine extrem gute Rendite.
Das Ausfallrisiko ist hier aber dementsprechend besonders hoch, sodass die Ausfälle die hohen Renditen etwas wettmachen.

Je besser die Bonität des Antragsstellers, desto schmaler Ihre Rendite, aber desto höher ist die Sicherheit vor einem Zahlungsausfall.

Nichtsdestotrotz lassen sich auf P2P-Plattformen immer noch hohe Renditen zwischen 2 % und erstaunlichen 13 % p.a. erzielen.
 
P2P vereinfacht erklärt. Online Privatkredit vergeben und im Austausch eine Rendite erhalten. Sie sind die Bank!

Auch wenn einige P2P-Anbieter Sicherheiten bieten, besteht weiterhin das Risiko eines Totalverlustes.

Diese Sicherheiten sind beispielsweise eine Rückkaufgarantie, wo bei einem Ausfall des Kreditnehmers die Plattform nach einer Wartezeit von 60 Tagen das investierte Kapital inklusive Zinsen zurücküberweist.

Andere Anbieter arbeiten mit einer Lohnpfändungsklausel, die es im Falle der Zahlungsunfähigkeit erlaubt, das Gehalt des Kreditnehmers zu beschlagnahmen und in den Rückzahlungsplan miteinzuführen.
Da hier ausschließlich Immobilienprojekte finanziert werden, erfolgt eine Absicherung durch erstrangige Eintragungen im Grundbuch. So können Investoren im Rahmen einer möglichen Zwangsversteigerung der Immobilie ausgezahlt werden.

Weitere folgen...

Es gibt einige Anlagemöglichkeiten welche in diesem doch ausführlichem Text noch nicht erwähnt wurden.

In der Zukunft werde ich diese Optionen hinzufügen und diesen Blogpost bearbeiten.

Wichtiger Hinweis:

Alle oben erwähnten Optionen habe ich selber recherchiert, daher gilt folgendes:

Der Erwerb der angebotenen Wertpapiere und Vermögensanlagen ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.
Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen. Ob es sich um ein Wertpapier oder eine Vermögensanlage handelt können Sie der Beschreibung der Investitionsmöglichkeit entnehmen.


Ich hoffe euch hat dieser Beitrag gefallen!

Grüße, euer Alex

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